# Jonas Hertner | vollständige Textausgabe > Unabhängiger Schweizer Rechtsanwalt für Verwaltungsräte, Eigentümer, Rechtsabteilungen, Familien und Privatpersonen. Zürich und Basel. Streitigkeiten, Governance und KI für juristische Arbeit. Veröffentlicht unter https://jhertner.com/ und https://jonashertner.com/. Beide Domains enthalten dieselbe aktuelle Website. Keine hat Vorrang. Sprache: Deutsch (Schweiz) Zuletzt geprüft: 2026-08-09 Diese Datei enthält die vollständige deutsche Startseite, alle deutschen Notizen und die englische Arbeitsnotiz. Sie wird aus dem öffentlichen HTML erzeugt. ## Startseite ### Unabhängiger Rechtsanwalt in Zürich und Basel. Mit dem beginnen, was erreicht werden soll. **Recht einsetzen, wo es hilft.** Für Verwaltungsräte, Eigentümer und Rechtsabteilungen. Für Familien, Stiftungen und Privatpersonen. Vor Konflikten erkennt die Arbeit rechtliche Reibung früh. In Streitigkeiten, Untersuchungen und Grundrechtsfragen bietet sie unabhängige Beurteilung. Wiederkehrende juristische Arbeit lässt sich durch Abläufe und KI-Werkzeuge verlässlich gestalten, welche die Organisation selbst verantwortet, betreibt und weiterentwickelt. [01 Vorgehen](#approach) [02 Arbeit](#expertise) [03 Offene Projekte](#work) [04 Profil](#profile) [05 Kontakt](#contact) 01 / Vorgehen ### Vom Ziel ausgehen. Dann die Mittel wählen. Nach Grundprinzipien arbeiten heisst, beim Ziel zu beginnen, nicht bei einer vorgegebenen Aufgabe oder einem bestehenden Ablauf. Was muss erreicht, entschieden oder geschützt werden? Die anstehende Frage beantworten. Für wiederkehrende Arbeit ein nutzbares Vorgehen schaffen. Eine Angelegenheit kann sowohl eine begründete Antwort als auch ein verlässliches Vorgehen erfordern. - **Ziel:** Was muss erreicht, entschieden oder geschützt werden? - **Sachlage:** Was ist bekannt, ungewiss oder umstritten? - **Recht:** Was ermöglicht, verlangt oder begrenzt das Recht? Was steht auf dem Spiel? - **Vorgehen:** Was ist die einfachste tragfähige Antwort: juristischer Rat oder rechtliche Schritte, eine Änderung der Praxis, ein Werkzeug oder kein Eingreifen? Unabhängige rechtliche Beurteilung #### Eine begründete Antwort Die Entscheidungsgrundlagen werden geprüft, die Rechtslage beurteilt und mögliche Vorgehensweisen verglichen. Die Verantwortung für den Rat bleibt beim Anwalt. Interne Handlungsfähigkeit #### Ein verlässliches Vorgehen Quellen, Standards, Kontrollen, Entscheide und ihre Begründungen bleiben in der Organisation nutzbar. Werkzeuge können festgelegte Schritte übernehmen. Entscheidungsbefugnis und Verantwortung bleiben bei den zuständigen Personen. 02 / Arbeit ### Vor Konflikten. Unter Druck. Manche Arbeit beginnt, bevor aus rechtlicher Reibung ein Konflikt entsteht. Andere verlangt unabhängige Beurteilung, Verhandlung oder Vertretung. Ausgangspunkt sind stets das Ziel, die Tatsachen und die Verantwortung für den Entscheid. 02.01 / Vor Konflikten #### Juristische Arbeit vor Konflikten Mit Verwaltungsräten, Eigentümern und Rechtsabteilungen erkennt die Arbeit rechtliche Reibung früh, klärt den Einfluss des Rechts auf Governance und geplante Entscheide und strukturiert wiederkehrende juristische Arbeit für die verlässliche Nutzung in der Organisation. 02.02 / Interne Handlungsfähigkeit #### KI für juristische Arbeit und Governance Wiederkehrende juristische Arbeit und Governance-Aufgaben werden neu gestaltet, bevor ein KI-Werkzeug ausgewählt oder eingeführt wird. Zweck, massgebliche Quellen, Entscheidungsbefugnisse und Ausnahmefälle werden zuerst geklärt. Die Ausgestaltung legt Zugriffsberechtigungen, Evaluation, Prüfung, Eskalationswege und Dokumentation fest. Vertraulichkeit, Sicherheit und rechtliche Risiken sind Voraussetzungen für den Einsatz. Die Organisation steuert die Arbeit, behält ihr Wissen über den Arbeitsablauf und kann ihre Entscheide weiterhin begründen. 02.03 / Im Konflikt #### Streitigkeiten und Untersuchungen Schweizerische und grenzüberschreitende Zivil- und Strafsachen, darunter Gesellschafter- und Finanzstreitigkeiten, strafrechtliche Verantwortlichkeit von Unternehmen, Untersuchungen, Verhandlungen, Mediation und Verfahren vor Schweizer Gerichten und Behörden. 02.04 / Unabhängige Sicht #### Unabhängige Beurteilung grosser Rechtsstreitigkeiten Für Verwaltungsräte, Eigentümer und Family Offices : worauf es ankommt, was die Akten belegen, wie gross die Risiken sind, was jeder Weg kostet und ob ein Verfahren, eine Finanzierung oder ein Vergleich sinnvoll ist. 02.05 / Private Strukturen #### Familien, Stiftungen und Privatpersonen Eigentums-, Gesellschafter- und Finanzstreitigkeiten; Untersuchungen; Governance; Unternehmens- und Vermögenstransaktionen; Nachfolge. Am Anfang stehen die beteiligten Menschen und ihre Beziehungen, nicht nur die Rechtsform. 02.06 / Staatsgewalt #### Verfassungsrecht und Grundrechte Verfahren zu staatlichem Handeln und Grundrechten, auch bei Fragen zu Umwelt und neuen Technologien, in der Schweiz und zusammen mit Anwälten im Ausland. 03 / Offene Projekte ### Nützliches Wissen kann öffentlich sein. Diese Projekte machen Quellen, Methoden und Begründungen für Menschen und Maschinen zugänglich. #### [OpenCaseLaw](https://opencaselaw.ch/) Ein offenes, maschinenlesbares Korpus Schweizer Gerichtsentscheide und Erlasse für quellenbasierte Recherche. 03.01 · Offene Rechtsinfrastruktur · opencaselaw.ch #### [The Good Board](https://thegoodboard.ch/) Ein praktischer Leitfaden zur Unternehmensführung nach Schweizer Recht, geordnet nach den Entscheidungen, vor denen Verwaltungsräte tatsächlich stehen. Zur Arbeit gehört auch, Verwaltungsratsmitglieder beim Aufbau und bei der Einführung auf sie zugeschnittener KI-Werkzeuge zu unterstützen, um Recherche und Entscheidungsprozesse zu präzisieren. 03.02 · Unternehmensführung · thegoodboard.ch #### [Juristische Arbeit in der Organisation](/pivot/) Eine Arbeitsnotiz über wiederkehrende juristische Arbeit, künstliche Intelligenz und klare Verantwortung für Entscheidungen. 03.03 · Arbeitsnotiz auf Englisch / 2026-08-09 · /pivot 04 / Profil ### Jonas Hertner Jonas Hertner ist unabhängiger Rechtsanwalt. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er an schweizerischen und grenzüberschreitenden Angelegenheiten. Er berät direkt, übernimmt unabhängige Beurteilungen und arbeitet mit bereits beauftragten Anwälten zusammen. - **Praxis für das Gemeinwohl:** Leitender Jurist bei [Regenerative Law](https://www.regenerative.law/). - **Anwaltstätigkeit:** Mitwirkung am Aufbau des Schweizer Büros von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan. - **Frühere Stationen:** Gemeinnützige Organisationen, die Direktion für Völkerrecht des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten und das Appellationsgericht Basel-Stadt. - **Ausbildung:** Abschlüsse in Rechtswissenschaften an den Universitäten Luzern und Genf. - **Öffentliche Projekte:** OpenCaseLaw aufgebaut und The Good Board verfasst. - **Sprachen:** Deutsch, Englisch und Französisch. 05 / Kontakt ### Schreiben [team@jonashertner.com](mailto:team@jonashertner.com) Die erste E-Mail sollte für die Konfliktprüfung die beteiligten Personen und Organisationen nennen. Eine mögliche Frist gehört an den Anfang. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine E-Mail sie wahrt. Senden Sie vertrauliche Informationen nur über einen vereinbarten sicheren Kanal. Automatisierte Systeme benötigen menschliche Bestätigung, bevor sie eine Nachricht senden oder für jemanden handeln. Jonas Hertner Zürich Asylstrasse 41 8032 Zürich Schweiz Basel Münsterplatz 17 4051 Basel Schweiz Weitere Links - [E-Mail](mailto:team@jonashertner.com) - [LinkedIn](https://ch.linkedin.com/in/jonas-hertner-5464492) - [Notizen](/de/notes/) - [Vollständige Textausgabe](/de/llms-full.txt) ### Rechtliche Hinweise Diese Website enthält allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung in einer konkreten Angelegenheit. Eine E-Mail begründet kein Mandat. Die Annahme wird schriftlich bestätigt. ### Datenschutz Jonas Hertner ist verantwortlich für Personendaten, die über diese Website und per E-Mail bearbeitet werden. Kontakt: [team@jonashertner.com](mailto:team@jonashertner.com?subject=Datenschutz). Auf dieser Website läuft kein Code zur Besucheranalyse oder Werbung. Die Website setzt keine Cookies. GitHub Pages protokolliert IP-Adressen, um die Website bereitzustellen und zu schützen. Microsoft 365 bearbeitet E-Mails, um zu antworten, Konflikte zu prüfen und gesetzliche oder berufliche Pflichten zu erfüllen. Das Schreibwerkzeug speichert Texte und Einstellungen nur im Browser und sendet nichts an Jonas Hertner. GitHub und Microsoft können Daten ausserhalb der Schweiz, auch in den Vereinigten Staaten, bearbeiten. Soweit erforderlich, gelten Angemessenheitsbeschlüsse oder vertragliche Garantien. Korrespondenz wird nur so lange wie nötig aufbewahrt. Auskunft, Berichtigung oder Löschung kann per E-Mail verlangt werden. ### Barrierefreiheit Wenn etwas den Zugang verhindert, schreiben Sie an [team@jonashertner.com](mailto:team@jonashertner.com?subject=Barrierefreiheit). © 2026 Jonas Hertner · Unabhängiger Rechtsanwalt ## Notizen Texte über unabhängige Beurteilung in Streitfällen, freien Zugang zu Schweizer Gerichtsentscheiden und den sorgfältigen Einsatz von KI in der juristischen Arbeit. ### [Ein unabhängiger Blick auf den Streitfall](/de/notes/independent-judgment/) 27. Juli 2026 Verfahrensführung und unabhängige Prüfung beantworten unterschiedliche Fragen. Ein zweiter Blick hilft der Klientschaft, Annahmen, Szenarien und Handlungsoptionen zu prüfen. Jeder bedeutende Streitfall braucht eine Falltheorie. Sie ordnet Tatsachen, Dokumente, Zeugenaussagen und Verfahren. Sie ist nötig und vorläufig. Ändert sich der Aktenstand, muss sie geprüft werden. Die mandatsführenden Anwältinnen und Anwälte kennen die Akten, das Verfahren und die Gegenseite. Sie tragen die Verantwortung für die Prozessführung. Eine unabhängige Prüfung hat eine andere Aufgabe: Sie beantwortet eine klar umrissene Frage, ohne das Verfahren im Alltag zu führen. Beide Perspektiven ergänzen sich. Engagement bringt das Verfahren voran. Abstand hilft, seine Annahmen zu prüfen. Die Klientschaft kann beides brauchen, wenn viel Kapital, Zeit, Beziehungen oder Ansehen auf dem Spiel stehen. #### Wenn eine Transaktion zum Streitfall wird Wer eine Transaktion begleitet hat, kennt ihre Dokumente, Verhandlungen und wirtschaftlichen Gründe. Dieses Wissen ist wichtig, wenn daraus ein Streit entsteht. Ein neuer Blick stellt eine weitere Frage: Wie könnten ein Gericht oder die Gegenpartei dieselben Akten heute lesen? Die Prüfung berichtigt nicht die frühere Arbeit. Sie prüft die heutige Position. Dieselbe Sorgfalt hilft vor einem Konflikt. Wo die Tragweite es rechtfertigt, kann jemand mit Prozesserfahrung schon während der Transaktion Mitteilungen, Nebenabreden, Protokolle und Entscheidungsgrundlagen prüfen. Ein späteres Verfahren hängt oft von Akten ab, die entstanden sind, bevor jemand mit einem Prozess rechnete. #### Zwei Arten von Entscheidungen Es hilft, zwei Arten von Entscheidungen zu trennen, die meist als eine besprochen werden. Die erste betrifft die Prozessführung: was vorzutragen, wie ein Anspruch zu fassen und wie eine Befragung zu führen ist. Das ist Aufgabe der mandatsführenden Rechtsvertretung. Die zweite Art ist strategisch und wirtschaftlich: - ob überhaupt geklagt wird, und wann; - was die Sache wert ist, als Spanne möglicher Ausgänge, nicht als eine Zahl; - die realistische Verlustgefahr, samt den Kosten, die unabhängig vom Ausgang anfallen; - ob das Verfahren finanziert wird, und zu welchen Bedingungen; - der Punkt, an dem ein Vergleich zur besseren Lösung wird. Das sind Fragen von Kapital, Zeit und Risiko. Die Klientschaft entscheidet sie. Der Rat der mandatsführenden Rechtsvertretung ist wesentlich. Eine unabhängige Prüfung kann helfen, wenn ein Verwaltungsrat, ein Eigentümer oder ein Family Office die Annahmen getrennt vom Verfahrensalltag prüfen will. #### Was ein unabhängiger Blick prüft Die Prüfung kann Rechtsfragen umfassen. Besonders nützlich ist oft der Weg von den Akten zur Entscheidung. Was muss zutreffen, damit der Anspruch Erfolg hat? Was könnte ihn scheitern lassen? Gemeint sind konkrete Fragen: welche Feststellung, gestützt auf welches Dokument, in welchem Verfahrensstadium. Danach ist zu prüfen, welcher Teil des behaupteten Werts von jeder Feststellung abhängt und was sie heute stützt. Die Antwort ist eine knappe Übersicht der Annahmen, Belege, offenen Fragen und möglichen Ausgänge. Jede wesentliche Tatsache und Rechtsaussage sollte mit ihrer Quelle verknüpft sein. Die Klientschaft fragt oft nach einer Prozentzahl. Wo die Akten keine statistische Wahrscheinlichkeit tragen, kann eine Zahl die entscheidenden Annahmen verdecken. Ich ziehe Szenarien vor. Wer die möglichen Ausgänge, ihre Kosten und den Weg dorthin sieht, entscheidet auf sichtbarer Grundlage. #### Umfang und Grenze Eine neue prüfende Person braucht Zeit, um den notwendigen Teil der Akten zu verstehen. Quellengebundene Werkzeuge können helfen, einen bestimmten Bestand zu erschliessen und den Weg zu jeder Feststellung offenzulegen. Vollständigkeit gewährleisten sie nicht. Die Prüfung muss sagen, welche Unterlagen vorlagen, was nicht gelesen werden konnte und wie der Bestand ausgewählt wurde. Die Prüfung soll begrenzt sein: eine Entscheidung oder Frage, vereinbarte Quellen, ein Zeitplan und eine schriftliche Antwort. Rechtfertigen die möglichen Folgen den Aufwand nicht, ist keine gesonderte Prüfung nötig. Verwaltungsräte holen unabhängige Bewertungen, Fairness Opinions und technische Prüfungen ein, ohne ihren bestehenden Beraterinnen und Beratern zu misstrauen. Der Grund ist einfacher: Die Entscheidung liegt beim Verwaltungsrat, und eine folgenreiche Entscheidung kann eine gesonderte Prüfung verdienen. ### [Von Rechts wegen öffentlich](/de/notes/open-case-law/) 27. Juli 2026 Gerichtsentscheide sind Teil der Justizöffentlichkeit. Eine lückenhafte Publikation erschwert den Zugang zum Recht und trifft besonders jene, die nur selten prozessieren. Die Bundesverfassung sagt es knapp: Gerichtsverhandlung und Urteilsverkündung sind öffentlich. [1](#fn-1) Die Gerichte leiten daraus mehr als eine öffentliche Verhandlung ab. Ihre Entscheide müssen zugänglich sein, anonymisiert, wo der Schutz der Parteien es verlangt. Die Veröffentlichung ist Teil der Justizöffentlichkeit. Der Grundsatz ist klar. Der veröffentlichte Bestand bleibt lückenhaft. #### Vom Grundsatz zum Bestand Das Bundesgericht stellt seine Entscheide online zur Verfügung. Leitentscheide erscheinen in der amtlichen Sammlung. Bei den kantonalen Gerichten ist die Praxis uneinheitlich. Was veröffentlicht wird, in welcher Form, wie weit zurück und wie durchsuchbar, entscheidet jeder Kanton, manchmal jedes Gericht, anders. Manche Entscheide erscheinen rasch und maschinenlesbar. Andere sind nur als Scans oder auf Anfrage verfügbar. Von manchen wissen faktisch nur jene, die im Saal sassen. Kommerzielle Datenbanken schliessen einen Teil der Lücke. Ihre Abonnemente finanzieren die tatsächliche Arbeit des Sammelns, Anonymisierens und Erschliessens. Wo der einzige praktische Zugang über ein Abonnement führt, steht der öffentliche Bestand jedoch nicht allen gleichermassen offen. #### Wer die Lücke bezahlt Offene Rechtsprechung wird häufig als Frage der Transparenz behandelt. Sie hat auch einen unmittelbaren Nutzen. Wer eine Klage erwägt, will wissen, wie Gerichte vergleichbare Fälle behandelt haben. Die Lehre erklärt die Regeln. Entscheide zeigen, wie diese Regeln angewandt wurden. Dieses Wissen ist ungleich verteilt. Wer regelmässig Prozesse führt, verfügt über Datenbanken und institutionelles Gedächtnis. Wer nur einmal einen Anspruch durchsetzen muss, hat möglicherweise beides nicht. Der Unterschied folgt aus der Erfahrung, nicht aus böser Absicht. Ein brauchbarer öffentlicher Bestand verkleinert ihn. Die Schweiz kennt kein Präjudiziensystem des Common Law. Ein Gericht ist nicht an jeden früheren Entscheid in einem vergleichbaren Fall formell gebunden. Gerichte berücksichtigen frühere Entscheide dennoch, Parteien argumentieren damit und die Bewertung eines Anspruchs kommt ohne sie nicht aus. Fehlende formelle Bindung bedeutet nicht fehlende Bedeutung. #### Technik verändert den Aufwand Veröffentlichung und Anonymisierung brauchen Mittel und eine sorgfältige Kontrolle. Moderne Werkzeuge können Erfassung, Schwärzung und Qualitätsprüfung unterstützen. Risiken für die Vertraulichkeit verlangen weiterhin eine menschliche Prüfung. Technik kann einen Teil des Aufwands senken. Kostenlos oder automatisch wird die Arbeit dadurch nicht. #### OpenCaseLaw Ich habe [OpenCaseLaw](https://opencaselaw.ch) aufgebaut, um den öffentlichen Bestand zugänglicher zu machen. Die Plattform sammelt Entscheide Schweizer Gerichte und macht sie offen und kostenlos durchsuchbar. Die Plattform bleibt bewusst zurückhaltend: keine Auslegung, Gewichtung oder Prognose. Sie macht die Quellen auffindbar. Ein früher Zugang kann helfen, einen Anspruch zu prüfen, Unsicherheit zu erkennen und über weitere Abklärungen zu entscheiden. Die Plattform entscheidet nicht. Sie stellt den Bestand für die Beurteilung bereit. #### Notes 1. [Art. 30 Abs. 3 der Bundesverfassung](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1999/404/de#art_30): Gerichtsverhandlung und Urteilsverkündung sind öffentlich; das Gesetz kann Ausnahmen vorsehen. In [BGE 147 I 407 E. 6.4](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-407%3Ade&lang=de&type=show_document) hielt das Bundesgericht fest, dass dieser Grundsatz einen grundsätzlichen Anspruch der Öffentlichkeit auf Einsicht in alle Urteile nach deren Verkündung gewährleistet. Der Anspruch kann insbesondere zum Schutz der Privatsphäre eingeschränkt werden. [↩](#fnref-1) ### [Was KI in der juristischen Arbeit leisten kann](/de/notes/ai-in-legal-work/) 27. Juli 2026 KI ist nützlich, wenn Aufgabe, Quellen und menschliche Prüfung klar bestimmt sind. Die Arbeit muss auf Quellen beruhen, getestet werden und einer verantwortlichen Person zugeordnet sein. KI kann juristische Arbeit unterstützen, wenn Aufgabe, Grundlagen und Kontrolle klar bestimmt sind. Unzuverlässiger wird sie, wenn sie die Rechtslage oder eine Beurteilung ohne bezeichnete Quelle liefern soll. Entscheidend ist die Arbeitsweise: Quellen vorgeben, das Ergebnis prüfen und festlegen, wer dafür einsteht. #### Eine klar umrissene Aufgabe Sprachmodelle können vorhandene Texte verarbeiten: zusammenfassen, nach vorgegebenen Überschriften ordnen, übersetzen, genannte Daten, Beträge und Parteien erfassen oder Dokumente auf mögliche Widersprüche prüfen. Die Quelle bleibt verfügbar. Behauptet das Modell, eine Mitteilung sei am 14. März versandt worden, kann die prüfende Person das Dokument öffnen. Auch dabei kann das Ergebnis etwas auslassen oder verfälschen. Die Prüfung hat aber einen klaren Ausgangspunkt. Das kann die Aktenorganisation, quellengebundene Recherche, Standardentwürfe, die Dokumentenprüfung und die Vorbereitung einer bestimmten Rechtsfrage unterstützen. Das Werkzeug arbeitet mit abgegrenztem Material. Ein Mensch entscheidet, ob das Ergebnis richtig und für seinen Zweck geeignet ist. #### Eine breitere Prüfung KI kann die systematische Prüfung umfangreicher Akten praktikabler machen. Ein Team kann mehr Dokumente anhand bestimmter Fragen verarbeiten, Feststellungen mit Quellen verknüpfen und unlesbare Dateien erfassen. Das ist keine vollständige Lektüre. Relevantes kann übersehen, ein Inhalt falsch erfasst oder eine Frage ungenau gestellt werden. Ein verlässlicher Arbeitsablauf macht Umfang und Grenzen sichtbar. #### Eine Aufgabe ohne Quellenbasis Das Risiko steigt, wenn ein Modell die Rechtslage liefern soll, statt mit bezeichneten Quellen zu arbeiten. Eine flüssige Antwort kann richtige Aussagen mit veralteten, unpassenden oder erfundenen Belegen verbinden. Am Ton lässt sich das nicht erkennen. Die Plausibilität ist das Risiko. Ein offensichtlicher Fehler lässt sich leicht verwerfen. Ein selbstsicher vorgetragener Fehler kann eine eilige Prüfung überstehen und in eine Entscheidung eingehen. Eine unbelegte Rechtsaussage muss weiterhin recherchiert werden. Die Ausgabe kann einen Ansatz liefern. Eine Rechtsquelle ist sie nicht. #### Arbeitsregeln - Aufgabe, Aktenbestand und Ausgabeformat bestimmen. - Jede wesentliche Tatsache und Rechtsaussage mit ihrer Quelle verknüpfen. - Umfang, Ausnahmen und Unsicherheiten festhalten. - Den Arbeitsablauf an repräsentativen abgeschlossenen Arbeiten testen. - Die Person benennen, die das Ergebnis prüft und für die Beurteilung einsteht. Anwaltsgeheimnis und Datenschutz bestimmen die Wahl des Systems. Bevor vertrauliches Material eingegeben wird, muss geklärt sein, wo es verarbeitet wird, wer darauf zugreifen kann und wie es gespeichert, weiterverwendet, übertragen, protokolliert und geschützt wird. Lokale Verarbeitung kann Risiken mindern, macht ein System aber nicht schon geeignet. Auch eine Anonymisierung kann unvollständig bleiben und ersetzt diese Prüfung nicht. #### Das konkrete System prüfen Modelle, Einstellungen und angeschlossene Quellen ändern sich. Begeisterung und Ablehnung ersetzen keine Prüfung. Das konkrete System ist an repräsentativen abgeschlossenen Arbeiten zu testen. Quellen, erwartete Ergebnisse und bekannte Grenzfälle werden vorab bestimmt. Nach einer wesentlichen Änderung wird erneut getestet. Eine Verbesserung bei einer Aufgabe belegt keine Verlässlichkeit bei einer anderen. #### Was sich ändert KI ermöglicht eine breitere und frühere Durchsicht. Aus Verarbeitung wird noch kein Verstehen. Die Verantwortung bleibt bei der Person, die entscheidet, was das Material bedeutet, was zu tun und was der Klientschaft zu raten ist. Ein nützliches System liefert dieser Person belegte Ergebnisse, sichtbare Grenzen und mehr Zeit zum Denken. ## Arbeitsnotiz in englischer Sprache ### [Legal work inside the organisation](/pivot/) Sprache: Englisch Revised 9 August 2026 A working note on repeatable legal work, artificial intelligence and explicit responsibility for decisions. Jonas Hertner · lawyer #### The purpose Begin with the decision or action the work must support. Understand how the organisation works, then identify what may hinder it: a rule, a contract, a fact not yet known, a decision without an owner, or work that cannot be repeated with confidence. The useful response may be legal, organisational or technical. From first principles, legal work is useful when it removes friction now and leaves better judgment behind. The record, the sources, the standard, the checks and the reasons for decisions should remain available to the people who will need them next. #### What should stay Some work needs outside counsel: independent judgment, representation or specialist knowledge. The organisation should still retain the record and the learning it will need again. When recurring work is sent out, the result should return with its sources, reasoning and decision history. Activity can be recorded. A more useful measure is whether the next decision will be better, whether recurring work can be done with less friction, and whether the organisation can find and test the reasons for its earlier choices. #### What AI changes AI tools can assist with first-pass reading, extraction and comparison. They can help identify dates, compare drafts, build source-linked chronologies and repeat defined checks. This can make broader review practical and expand what a team can prepare and test for itself. Responsibility remains human. The tools can omit relevant material, misread a source or state more than the evidence supports. A named person must decide what the record means and what the organisation will do. Where the work is legal advice, a lawyer verifies the law and stands behind it. The organisation also decides where its information is processed. Sensitive work may require tools within systems it controls. An external service may be suitable only after access, retention, reuse, transfer and disclosure have been understood. The organisation chooses the system. The model does not. #### Records and protection Legal protection depends on the applicable law, the material, its purpose, the people involved and the process. A record is not protected merely because a legal team created, received or holds it. Identify the governing rules and their conditions before deciding how the work will be done and recorded. Before building a system, decide what to record, where to keep it, who may access it, how long to retain it and when independent legal advice is needed. Treat applicable rules on confidentiality, privilege, professional secrecy, compulsory disclosure and cross-border access as design conditions. Map the providers, access routes and locations involved before sensitive material leaves a controlled environment. Labels do not determine protection. #### Controls - **Purpose:** Name the decision or action the work must support. - **Sources:** Link every material fact and statement of law to its source. - **Status:** Mark what is established, contested, open, computed or withheld. - **Limits:** State what could not be grounded and what was left outside the scope. - **Change:** Record what changed, when it changed and why. - **Ownership:** Keep the record, standard, checks and decision history with the organisation. - **Responsibility:** Name the person who reviews the work and answers for the judgment. #### Transactions Measure each draft against the organisation’s own standard: the terms it accepts, the departures it will trade and the ones it will not. Show each change, its effect and the decision it requires. What reaches the person who decides should be short. Each negotiation can improve the standard. Record what was accepted, what it cost and why. Over time, the organisation can see where terms are moving, which clauses cause trouble and where its own position should change. #### Disputes Understand the record first. Gather the contracts, messages and archives. Log what cannot be read. Build a source-linked chronology. Identify the few findings that change the outcome, the exposure or the next step. Show the matter as a live set of findings, amounts and dates. When a fact is established or a deadline passes, the view changes with it. Keep the reasoning and sources one step below, so each part can be opened and checked. #### Work on a schedule Some work should run without a fresh request: check new drafts against the standard, test a position when a deadline nears, watch the questions the organisation has decided matter. Once tested and assigned, the schedule belongs to the organisation. The team starts from a current view, not from zero. #### Outside judgment Independent outside judgment may be needed where there is conflict, contested fact, negotiation, court, state power or a protected right. It can also give the people who decide a needed second view. The division is simple. Keep memory and repeatable work inside. Bring in judgment, representation or challenge when it is needed. A source-linked record lets an outside lawyer begin with the question instead of first learning the organisation. #### A practical start 1. Choose one recurring task with a clear decision. 2. Gather the sources and write the present standard. 3. Build a check that cites its grounds and states its limits. 4. Test it on earlier work before using it on new work. 5. Give a named person ownership of the process and its review. A useful first inventory is the organisation’s own legal record. Identify the material held by outside lawyers and determine what the organisation is entitled to receive or retain. This shows where its legal memory sits and what should be brought into a controlled record. Build before the next urgent matter. Use the organisation’s own systems, licences and people. The work is complete when the responsible people can run it, test it and improve it. #### The point The aim is not to replace lawyers with tools. It is to put tools where they help, judgment where it belongs and knowledge where the organisation can use it again. #### The author Jonas Hertner is an independent lawyer. He works on disputes, governance and AI for legal work. He built [OpenCaseLaw](https://opencaselaw.ch), an open source and open access legal research platform. He works in English, German and French. Contact Jonas Hertner, lawyer Asylstrasse 41, 8032 Zurich · Münsterplatz 17, 4051 Basel [team@jonashertner.com](mailto:team@jonashertner.com) /pivot This is a general working note. It does not address the law of any jurisdiction or give legal advice. [Home](/) [Notes](/notes/) [Privacy](/#privacy) ## Formate und Sprachen - [Quelle](/de/) - [Kompakter deutscher Website-Index](/de/llms.txt) - [Mehrsprachiges strukturiertes Praxisprofil](/practice.json) - [XML-Sitemap](/sitemap.xml) - [Klassisches Archiv](https://jonashertner.com/classic/de/): Frühere Darstellung, als Archiv erhalten.